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| Die alte Werkstatt der Zeche um 1920.
Das Gebäude ist vermutlich in den 1860er Jahren, auf alle Fälle jedoch in "bäuerlicher" Fachberkbauweise errichtet worden. |
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Es gab aber nicht nur technische Notwendigkeiten für den Umbau der Zeche. Hinzu kam, daß seit 1894 eine überaus dynamische Persönlichkeit für den technischen Betrieb zuständig war. Als Zechendirektor und Gemeinderatsmitglied war er sicherlich der mächtigste Mann in Röhlinghausen und zugleich der meist gehaßte. Im mitmenschlichen Umgang war er nämlich mindestens eigenwillig bis rücksichtlos. Vor allem seine Untergebenen schikanierte er gnadenlos, wofür er mindestens einmal gründlich verprügelt wurde. Auch wenn Bonacker alles andere als beliebt war, so wurde doch unter seiner Leitung die Königsgrube zwischen 1894 und 1905 auf den neuesten Stand der Technik gebracht und für eine jährliche Förderung von 700.000 Tonnen ausgelegt.
Trotz der nicht unerheblichen Investitionen in die Modernisierung der Königsgrube war das Bergwerk seit 1890 ein hochprofitables Unternehmen, das seinen Aktionären jährlich Dividenden in Höhe von mindestens 20 und bis zu 46 Prozent bescherte. Für diese traumhaften Ergebnisse sorgte ab dem Jahr 1893 das Syndikat. Die Bergwerksgesellschaften des Ruhrgebiets kamen überein, daß eine gemeinsame Festlegung von Förderquoten und damit das künstliche Hochhalten der Preise für die Bergwerksinhaber allemal besser sei als die bisherige freie Konkurrenz und das gegenseitige Unterbieten auf dem Kohlemarkt. Sie gründeten daher unter dem Namen Rheinisch-Westfälisches Kohlen-Syndikat ganz offiziell eine Art OPEC des Ruhrgebiets. In diesem Kartell erhielt jedes Bergwerk jährlich eine bestimmte Förderquote zugewiesen, die nicht überschritten werden durfte.
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Die Länge der Königsgruber Zechengleise betrug nach dem Umbau der Bahnanlage in den 1920er Jahren mehr als vier Kilometer. |
Aber seit 1916 ging dann auf der Königsgrube die Produktivität kontinuierlich zurück. 1916 förderte ein Kumpel pro Schicht noch 0,966 Tonnen, 1922 waren es nur noch 0,500. Während des Krieges waren banale und gleichzeitig für den Betrieb einer Zeche grundlegende Stoffe wie Schmierfett und Leder kaum zu erhalten. Fast völlig brach die Produktion auf Königsgrube 1923 während der französischen Besetzung des Ruhrgebiets zusammen.
Es waren aber nicht nur die äußeren Umstände, die zum Ruin der Königsgrube führten. Trotz der zurückgehenden Produktion und Produktivität der Zeche schüttete die Bergwerksleitung nach wie vor hohe Dividenden an die Aktionäre aus. Dieses Kapital fehlte natürlich für dringend notwendige Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen auf der Königsgrube. 1925/26 wurde der desolate Zustand der Königsgrube zum Dorfgespräch in Röhlinghausen. Selbst Gemeindevorsteher Wandzioch ließ offiziell verlautbaren: "Die Zeche Königsgrube ist in ihrem Kohlevorkommen eine der wertvollsten, in ihrem technischen Betrieb aber die rückständigste im ganzen Ruhrgebiet. Die gesamte Zechenanlage muß unter- und übertage modernisiert werden."
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